Deutsche Bankkunden sollen Kontonummer und Bankleitzahl behalten

Nach den neuen EU-Regeln für den Zahlungsverkehr müssen Bankkunden spätestens ab 2013 eine 22-stellige Kontonummer (IBAN) und eine 11-stellige Bankleitzahl (BIC) für Bankgeschäfte benutzen. So will es das neue europäische Zahlungsverkehrssystem Sepa. Diese deutlich längeren Bankverbindungsdaten stoßen gelinde gesagt nicht überall auf große Gegenliebe, ist es doch schon schwer genug die bislang in Deutschland geltenden Zahlenreihen im Kopf zu behalten. Zudem erhöht sich durch die längeren Nummern die Gefahr von Schreibfehlern und Zahlendrehern. Für Überweisungen ins Ausland müssen schon jetzt IBAN und BIC verwendet werden.

Jetzt tritt auch das Bundesfinanzministerium für den Erhalt der alten Kontonummer und Bankleitzahl für Inlandsüberweisungen ein. In einem vom Bundesfinanzministerium veröffentlichten Schreiben heißt es, dass zur Abwicklung rein nationaler Zahlungsvorgänge die Verwendung von Kontonummer und Bankleitzahl weiterhin möglich bleiben müsse. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, dass man sich für eine Lösung einsetzen wolle, die stärker die Perspektive der Verbraucher berücksichtigt. Im Herbst werde sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzen.

Eine mögliche Lösung wäre, dass die Banken für den Zahlungsverkehr untereinander IBAN und BIC nutzen, der Verbraucher aber nach wie vor Kontonummer und Bankleitzahl verwenden kann. Verwendet ein Bankkunde die alten Bankverbindungsdaten würde die Bank diese automatisch in die neuen EU-Bankverbindungsdaten umrechnen. Technisch sei dies möglich.

Die deutschen Bankkunden und die IT-Branche würden sich über eine solche Lösung sicherlich freuen.