Die Bafin überprüft die Aufsichtsräte der Banken

In der Finanzkrise wurden auch die Aufsichtsräte der Banken kritisiert, sie hätten die Schieflage der Kreditinstitute nicht rechtzeitig erkannt. Inzwischen wurde das Kreditwesengesetzes dahingehend geändert, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Aufsichtsräte kontrollieren darf und die Abberufung von Aufsichtsräten anordnen oder sogar ein Berufsverbot verhängen kann. Jetzt hat die Bafin anscheinend damit begonnen, die Aufsichtsräte der Banken unter die Lupe zu nehmen. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, liefen derzeit zehn Abberufungsverfahren und weitere Verfahren würden vorbereitet. Welche Kreditinstitute davon betroffen sind ist allerdings nicht bekannt.

Die Gründe für die Verfahren sind dabei unterschiedlicher Natur und reichen von Inkompetenz bis Unzuverlässigkeit. Einem Aufsichtsrat wird laut Financial Times Deutschland vorgeworfen, dass er zu wenig von Bankgeschäft verstünde. Drei Aufsichtsräte sollen abberufen werden, weil sie zu viele Kontrollmandate innehaben. In sechs Fällen zweifelt die Bafin an der Zuverlässigkeit der Aufsichtsräte. Das könne etwa dann der Fall sein, wenn ein Aufsichtsrat zugleich Kunde der Bank und sein Kredit ausfallgefährdet oder bereits ausgefallen sei. In diesem Fall bestünde ein Interessenkonflikt.

Die betroffenen Aufsichtsräte sollen zunächst zu den Vorwürfen angehört werden. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass das Instrument der Abberufung nicht wirklich zum Einsatz kommt, sondern dass die betroffenen Personen freiwillig Ihren Hut nehmen werden.