EZB-Zinssitzung: Leitzins bleibt auf Rekordtief

Die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank lieferte weder etwas grundlegend Neues, noch bieten die Ergebnisse aus Sicht des Anlegers neue Orientierungshilfen. Wie erwartet bleibt die EZB bei ihrer Leitzins-Politik und bestätigt damit zum 19. Mal in Folge den historisch niedrigen Leitzins von 1,00 Prozent für die Euro-Zone. Im Mai 2009 hatte die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte auf den aktuellen Tiefstand gesenkt.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bestätigte in der Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Zinssitzung den Grundsatz, dass Inflationserwartungen im Euro-Raum von knapp unter zwei Prozent als Preisstabilität gewertet werden. Die Verankerung dieses Grundsatzes bezeichnete Trichet als “essenziell“. Die grundlegende Dynamik der Erholung der Konjunktur bleibe, so Trichet, positiv, allerdings herrsche eine erhöhte Unsicherheit.

EZB-Präsident Trichet hielt sich in der Pressekonferenz zu der Frage über eine mögliche Aufstockung der umstrittenen Anleihekäufe weiterhin bedeckt. Er sagte lediglich, das Anleihekaufprogramm habe weiterhin Bestand.

Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung prognostiziert der EZB-Rat ein etwas höheres Wachstum, sieht aber Risiken, die diese Prognose nach unten korrigieren könnten. Hinsichtlich der zu erwartenden Inflation hat der EZB-Rat die Prognose leicht nach oben korrigiert, sieht aber keine Risiken in Hinblick auf einen unerwarteten Anstieg der Inflationsrate.

Fazit: Die Zinssitzung der EZB liefert nicht wirklich neue Erkenntnisse. Das allgemeine Zinsniveau wird wohl nach wie vor niedrig bleiben, auch wenn Banken mit attraktiven Tagesgeld- und in jüngster Zeit auch wieder Festgeldangeboten versuchen Neukunden zu gewinnen und zu binden. Für Anleger bedeutet das wohl weiterhin eher auf flexible und kurzfristige Angebote im Tagesgeldmarkt zu setzen. Wer nicht ständig sein Anlagekapital umlagern will, kann inzwischen aber auch im Festgeldmarkt wieder gute Angebote mit Laufzeiten zwischen ein bis zwei Jahren finden.