Koordinationspanne bei der Commerzbank

Durch eine Kommunikationspanne bei der Commerzbank wurde die geplante Umstellung von Visacard auf Mastercard zum Jahreswechsel früher als geplant publik. Tausende von Online-Kunden des Instituts stellten beim Öffnen ihres Online-Accounts verwundert fest, dass sie nun stolzer Besitzer einer Mastercard sind. Kunden, die sich daraufhin bei Kundenberatern und den Service-Hotlines erkundigten, bekamen die Auskunft, dass die jahrelang genutzte Visacard zum Jahreswechsel ungefragt gegen eine Mastercard getauscht werde. Über diesen Umstand würden die Kunden zeitnah informiert.

Aber nun ist die Katze durch einen Fehler in der betriebsinternen Koordination früher aus dem Sack als geplant. Hintergrund der Panne: Die IT-Abteilung hat die neuen Kreditkarten-Daten bereits in das Online-Portal der Commerzbank eingepflegt und wohl etwas vorschnell online gestellt. Der Kundenservice hingegen hatte aber bisher noch keine Mitteilung an die Kunden verschickt. Eine zeitliche Diskrepanz, die man bei der Commerzbank bedauert. „Wir möchten die Betroffenen um Entschuldigung bitten“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Erst vor wenigen Wochen hatte sich der zuständige Manager und Commerzbank-Vorstand Frank Annuscheit gegenüber dem Handelsblatt erfreut über den guten und reibungslosen Verlauf der IT-Integration geäußert: „Das ist durchaus einen Zwischenapplaus wert“. Durch den Vorfall dürfte die Freude etwas getrübt sein.

Über die Gründe für den Umstieg kann nur spekuliert werden. Angeblich seinen die Versicherungsleistungen der Mastercard besser und der Austausch somit zum Wohle des Kunden. Näher liegt aber die Vermutung, dass wirtschaftliche Gründe aus Sicht der Commerzbank im Vordergrund stehen. Zur Jahresmitte hatte man eine verstärkte Kooperation mit Mastercard beschlossen. Damals war die Rede von einem einem zusätzlichen Ertragspotential in zweistelliger Millionenhöhe.