Nur noch schwaches Wirtschaftswachstum im Sommer

Nach dem starken zweiten Quartal ist die deutsche Wirtschaft unerwartet schwach in den Sommer gestartet. Nach der durch das gute Frühjahrsquartal bedingten Konjunktureuphorie ist das Wirtschaftswachstum offenbar in die Sommerpause gegangen.

Nach Ansicht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) drohe der deutschen Wirtschaft aufgrund der weltweiten Konjunkturabkühlung in den nächsten Quartalen ein Wachstum auf niedrigerem Niveau. Für das dritte Quartal prognostiziert die OECD ein aufs Jahr hochgerechnetes Plus von 0,7 Prozent. Nach der in Europa üblichen Berechnung würde das Wirtschaftswachstum damit nur noch rund 0,2 Prozent betragen. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt überraschend um 2,2 Prozent gewachsen.

Der Chefvolkswirt der OECD Pier Carlo Padoan erwartet eine generelle Abschwächung der Erholung in den Industrieländern, sieht aber derzeit keinen Rückfall in die Rezession. Optimistischer sieht das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) die Wachstumserwartungen für den Sommer und erwartet ein Plus von 0,7 Prozent. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geht sogar von 0,9 Prozent aus.

Nach den jüngsten Zahlen ist die Wirtschaft allerdings verhalten in das zweite Halbjahr gestartet. Wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Statistische Bundesamt gestern mitteilten legte die Industrieproduktion im Juli lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, die Exporte sanken sogar um 1,5 Prozent. Diese aktuellen Zahlen wurden bereits in der OECD-Prognose berücksichtigt.

Auch im letzten Quartal soll das Wachstum nur um 0,25 bis 0,3 Prozent ansteigen. Die OECD erwartet für das Gesamtjahr einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 3,1 Prozent.