Portugal rettet sich zunächst selbst vor dem Rettungsschirm

Portugal hatte sich für den den heutigen Tag vorgenommen, im Rahmen einer mit Spannung erwarteten Auktion eine gute Milliarde Euro, mindestens aber 700 Millionen Euro durch Staatsanleihen mit einer Verzinsung von unter 7 Prozent am Kapitalmarkt aufnehmen zu können. Dies waren die Vorgaben der portugiesischen Regierung, um sich nicht als weiteres Land unter den europäischen Rettungsschirm stellen zu müssen.

Vorerst hat Portugal dieses Ziel erreicht. Die Auktion brachte 1,25 Milliarden Euro ein, für kurzfristigere Anleihen bis Oktober 2014 zu 5,4 Prozent und für die zehnjährigen Staatsanleihen zu 6,7 Prozent. Vorerst ist damit ein erneuter Krisenfall im Euroraum beigelegt. Experten zweifeln allerdings an der Nachhaltigkeit dieses Erfolgs, da befürchtet wird, dass sich die portugiesische Staatswirtschaft diese Zinsen nicht leisten kann. Die Finanz- und Aktienmärkte zeigten sich heute aber erst einmal beruhigt.

Gleichzeitig forderte der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, seines Zeichens selbst Portugiese, in Brüssel eine Erweiterung des europäischen Rettungsschirms. „Wir glauben, dass die Ausleihkapazität verstärkt und der Aktionsradius erweitert werden müssen“, sagte Barroso in Brüssel. „Wir leben in Zeiten der Instabilität der Märkte. Deshalb müssen wir starke Signale geben und zeigen, dass wir alles tun, was immer notwendig ist, um die Finanzstabilität zu bewahren“, betonte Barroso im Weiteren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kurz vorher noch angedeutet, dass sie aktuell keine Notwendigkeit zu einer Ausweitung des Rettungsschirms sehe. Bisher sei mit Irland nur ein Land unter dem Schirm. Damit sei das Volumen noch weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein, betonte Merkel.

Fazit: Kurzzeitig sind die Finanzmärkte beruhigt, allerdings wäre eine gemeinsame und einvernehmliche Strategie der Euro-Länder wünschenswert, um langfristig Angriffe der Finanzmärkte auf einzelne Euro-Staaten zu vermeiden und damit die Stabilität der gemeinsamen Währung zu garantieren.

Ist Portugal der nächste Kandidat für den EU-Schutzschirm

Am Markt verdichten sich die Gerüchte, dass Portugal der nächste Kandidat ist, der unter den europäischen Rettungsschirm kriechen muss. Das hochverschuldete Land hat zwar nach eigenen offiziellen Angaben sein Haushalts-Ziel für 2010 erreicht, liegt aber mit einem Defizit bei der Wirtschaftsleistung mit 7,3 Prozent deutlich über den einst vereinbarten Maastricht-Kriterien.

Haushaltsminister Emanuel dos Santos äußerte sich zwar am heutigen Donnerstag dahingehend, dass Portugal im laufenden Quartal trotz der schwierigen Marktlage in der Euro-Zone keine Probleme bei der Finanzierung seiner Schulden habe, aber Portugal ist trotzdem ins Visier der Finanzmärkte geraten. Am 12. Januar will die mit dem Schuldenmanagement Portugals betreute Finanzagentur weitere Staatsanleihen im Wert von einer Milliarde Euro ausgeben.

Die Zinsdifferenz zwischen portugiesischen und deutschen Staatsanleihen ist inzwischen auf 414 Basispunkte gestiegen. Marktexperten erwarten, dass Portugal nach der Rettung Griechenlands und Irlands durch milliardenschwere Hilfsgelder der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in naher Zukunft ebenfalls auf die Unterstützung der Euro-Länder angewiesen sein wird.

Obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise in Deutschland überwunden scheint, weitet sich die Euro-Krise aus und wird sich damit wohl auch für den deutschen Aufschwung zur Bewährungsprobe entwickeln. Interessanterweise ist gerade in den letzten Tagen und Wochen in Deutschland die Sehnsucht nach der alten DM deutlich gestiegen, je nach Klientel sogar auf über 50 Prozent. Aber mal ehrlich gefragt, ist das wirklich eine Alternative? Wo sind die während der Banken- und Finanzkrise von der europäischen Finanzpolitik schon fast gebetsmühlenartigen Bekenntnisse zum gemeinsamen europäischen Finanzmarkt geblieben?

Was sind eigentlich Euro-Bonds?

Da in den letzten Tagen und auch aktuell die Diskussion um die sogenannten Euro-Bonds die Schlagzeilen der Finanznachrichten bestimmt und auch an dieser Stelle der Begriff schon des Öfteren erwähnt wurde, soll an dieser Stelle versucht werden, den Begriff zu erklären und auch die möglichen Folgen zu beleuchten.

Alle Euro-Staaten nehmen in verschiedener Größenordnung und Frequenz Geld am Kapitalmarkt auf, um Investitionen zu finanzieren. Dafür werden Anleihen auf den Rentenmarkt des jeweiligen Landes, der auch Bondmarkt genannt wird, mit unterschiedlichen Laufzeiten ausgegeben. Dabei gilt auf dem Kapitalmarkt der Grundsatz, dass die Zinsen auf diese Anleihen umso höher sind, je höher das Risiko ist, dass das jeweilige Land diese Schulden nicht zurückzahlen kann. Als Beispiel musste Deutschland im November für zehnjährige Staatsanleihen lediglich 2,53 Prozent Zinsen zahlen, während der Zinssatz bei den als kritisch bewerteten Staaten wie Irland und Griechenland bei 8,22, bzw. 11,52 Prozent lag. Dadurch werden Staaten, die ohnehin schon in einer schwierigen finanziellen Situation stecken zusätzlich noch stärker belastet. Das Gleiche gilt nach den Gesetzen des Marktes ja auch im Kleinen. Wer ohnehin schon in finanziellen Schwierigkeiten steckt, wird es deutlich schwerer haben, sich Geld bei den Banken zu leihen und muss mit deutlich höheren Schuldzinsen rechnen.

Im europäischen Rahmen sollte der Plan von Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker diesen Teufelskreis durchbrechen. Dabei geht es um die Euro-Bonds, also Anleihen, die gemeinsam von allen Euro-Staaten ausgegeben werden. Dies würde natürlich eine Angleichung der Zinsen ungefähr auf mittlerem Niveau zur Folge haben. Damit würden die finanziell stabileren Staaten vergleichsweise höhere Zinsen zahlen müssen, während die schwächeren Staaten entlastet würden. Juncker plant zwar nicht, dass die Euro-Bonds nationale Anleihen vollständig ersetzen, allerdings stellt sich die Frage, ob sich beide Systeme parallel betreiben lassen. Es ist zu befürchten, dass sich die Anleger auf den mittleren, dafür aber relativ risikolosen, Zinssatz und damit die Euro-Bonds einschießen würden, was einen weiteren Zinsanstieg bei den nationalen Anleihen, speziell der gefährdeten Staaten, zur Folge hätte.

Naturgemäß sind natürlich Staaten wie Deutschland und Frankreich für die höhere Belastungen entstehen gegen eine solche Lösung, während die Staaten, die von einer derartigen Lösung profitieren, an einer Einführung der Euro-Bonds interessiert sind. Umgekehrt können sich aber auch die Gegner der gemeinschaftlichen Anleihen eine Schwächung des Euros nicht leisten.

Eine schwierige Frage, in der sich auch Experten über eine mögliche Lösung nicht einig sind. Angesichts des bevorstehenden EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs in Brüssel am Donnerstag und Freitag wird uns dieses Thema diese Woche sicherlich noch weiter beschäftigen.

Reisekasse: Gut geplant für einen entspannten Urlaub

Die Reisekasse sollte gut geplant sein, um einen entspannten Urlaub ohne finanziellen Engpass zu haben. Je nach Reiseland gibt es einige Besonderheiten, die man unbedingt vorher beachten sollte. In der Euro-Zone ist es dagegen etwas einfacher, da man sich keine Gedanken über Wechselkurse oder einen ausreichenden Bargeldbestand in der Landeswährung machen muss. Grundsätzlich gilt jedoch immer, die Urlaubskasse mit unterschiedlichen Zahlungsmitteln zu bestücken. Das gilt auch innerhalb Europas.

Das wichtigste Utensil für die Reisekasse ist zunächst ausreichend Bargeld. Sie wissen vor Antritt der Reise nicht, welche unerwarteten Ausgaben unterwegs noch anfallen. Außerdem ist es nicht überall so, dass sofort ein Geldautomat in Reichweit ist. Einige hundert Euro sollte man deshalb immer mit dabei haben. Wichtig dabei ist, das Bargeld möglichst sicher zu verwahren. Es wäre leichtsinnig alles in einem Portemonnaie mit sich zu führen. Stattdessen bietet es sich an Geheimfächer in Jacken oder Taschen zu nutzen oder noch besser größere Bargeldbestände direkt am Körper zu tragen.

Bargeld benötigen Sie auch für kleinere Ausflüge oder wenn man am Urlaubsort essen gehen möchte. Nicht in allen Restaurants ist es möglich mit EC-Karte zu bezahlen, weshalb man hier besser vorsorgen sollte. Auch für kleine Ausflüge, Schiffsfahrten und ähnliches sollte man genügend Bargeld dabei haben. Wenn Sie in ein Land reisen, das eine andere Währung führt, sollten Sie möglichst erst vor Ort wechseln. Meist sind die Wechselkurse im Land deutlich besser, als wenn man bereits von Deutschland aus einen gewissen Betrag in Landeswährung wechseln lässt.

Sie sollten außerdem eine EC-Karte dabei haben, die das Maestro Zeichen trägt. Eine solche Maestro-Card ist europaweit einsetzbar und wird an vielen Tankstellen, Restaurants und größeren Geschäften akzeptiert. Mit der Maestro-Card können Sie außerdem an jedem Geldautomaten Bargeld in Euro bzw. auch der jeweiligen Landeswährung abheben. Denken Sie unbedingt daran, Ihre Pin-Nummer vor Antritt der Reise zu vernichten. Diese sollte keinesfalls aufgeschrieben und mitgeführt werden. Lernen Sie die PIN unbedingt auswendig, um es Taschendieben nicht zu leicht zu machen.

Auch eine Kreditkarte ist im Urlaub sehr hilfreich. Mit einer VISA-Card oder Master-Card können Sie weltweit Bargeld abheben oder direkt mit der Kreditkarte einkaufen. Die Akzeptanz ist deutlich größer, als bei der Maestro-Card, insbesondere wenn Sie außerhalb Europas unterwegs sind. Mit der Kreditkarte können Sie alle Geldautomaten weltweit nutzen und sich somit immer ausreichende Bargeldbestände holen. Das ist besonders wichtig, wenn man über viele Wochen oder sogar Monate in einem fremden Land unterwegs ist.

Vermeintlich sichere Geldanlagen? Teil 4: Aktien

Sichere Geldanlagen und Aktien – kann das überhaupt zusammen passen? Die Frage ist ja und nein. Wenn es einzig um den Kapitalschutz geht und ein Anleger die hundertprozentige Sicherheit möchte, dass sein Kapital nicht an Wert verliert, sind Aktien die falsche Wahl. Betrachtet man Aktien allerdings unter dem Standpunkt der Inflation bzw. einer möglichen totalen Geldentwertung des Euros, sieht es ganz anders aus.

Bei Aktien spricht man oftmals vom „eingebauten Inflationsschutz“. Experten meinen damit den Wert eines Unternehmens, den ein Anleger durch den Kauf von Aktien erhält. Aktien sind folglich keine unsichere Papierwährung wie beispielsweise der bröckelnde Euro, sondern verbriefte Unternehmensanteile.  Bei einer Inflation geht es zunächst um Preissteigerungen, durch die eine Währung wie der Euro an tatsächlicher Kaufkraft verliert. Diese Preissteigerungen bescheren Unternehmen allerdings auch automatisch größere Umsätze und steigende Gewinne. Folglich steigt der Wert des Unternehmens und der Aktienkurs steigt.

Diese Rechnung geht allerdings nicht mehr auf, wenn die Inflation so stark ist, dass die Teuerungsrate das Wirtschaftswachstum aufzehrt. Werden Produkte, Waren und Dienstleistungen zu teuer, werden dies irgendwann nicht mehr gekauft und die Unternehmen machen keinen Gewinn mehr. Eine zu große Inflation stellt deshalb auch wieder eine Gefahr für die Aktienmärkte dar.

Doch was passiert, wenn der Euro kippt und man dann noch in Aktien investiert ist? In diesem Fall sind Aktien die deutlich bessere Alternative. Während bei Bargeld ein Totalverlust entstehen würde, behalten die Aktien deren inneren Wert als Unternehmensanteil. Aktien werden nicht in Euro gehandelt, sondern in Stückzahlen. Wer 100 Aktien besitzt, behält diese auch nach einem Crash des Euro. Sobald eine neue Währung entsteht, werden Aktien dann in dieser gehandelt und können wieder zu Geld gemacht werden.

Abschließen betrachtet stellen Aktien eine sehr interessante Alternative für einen Anlagemix dar. Zumindest ein Teil des Kapitals sollte neben Gold, Investmentfonds und Bundeswertpapieren auch in Aktien angelegt sein. Zwar ist hier das Risiko von Kursschwankungen gegeben, jedoch überwiegt das Chance Risiko Verhältnis und der 100% sichere Schutz vor einer Geldentwertung.

Vermeintlich sichere Geldanlagen? Teil 2: Investmentfonds

Welche Alternativen bleiben bei der Unsicherheit um den Euro? Im zweiten Teil unseres Spezials zum Thema vermeintlich sichere Geldanlagen geht es um Investmentfonds. Bereits 15 Millionen Deutsche Anleger besitzen Investmentfonds und der Trend scheint immer weiter zu gehen. Wenn die Währung Euro immer unsicherer Wert, macht es tatsächlich sind in Alternativen auszuweichen und Investmentfonds sind dabei eine der besten Möglichkeiten.

Bei der Frage nach der Sicherheit von Geldern in einem Investmentfond ist die gesonderte Absicherung entscheidend. Sämtliches Kapital in einem Investmentfond sind Sondervermögen. Das bedeutet dies ist ein separiertes Vermögen, das den Anlegern gehört und in nicht Teil einer Bankbilanz sind. Selbst wenn die Investmentgesellschaft zusammenbrechen sollte, ist das Fonds-Vermögen weiterhin da. Die Depot-Bank verwaltet diese Gelder und würde hier für den Anleger kommissarisch die Einlagen verwalten und auch zurück zahlen.

Unter diese Gesichtspunkten sind Investmentfonds tatsächlich eine interessante Alternative um rechtzeitig vorzusorgen. Selbst in Zeiten der Finanzkrise ist dies eine der sicheren Kapitalanlagen. Was allerdings bleibt ist das Kursrisiko, das ähnlich wie bei Aktien immer gegeben ist. Ein Investmentfonds wird sich in wirtschaftlich schlechteren Zeiten entsprechend schwach entwickeln. Unter Umständen ist es sogar möglich, dass der Kurswert unter den Einstiegskurs fällt, zu dem ursprünglich gekauft wurde. Die Entscheidung bleibt also mal wieder beim Anleger, wer jedoch das Chance-Risiko-Verhältnis nutzen möchte, ist bei  Investmentfonds gut beraten.

Betrug an Geldautomaten nimmt weiter zu

Die Polizei und Verbraucherschützer waren erneut vor vermehrtem Betrug an Geldautomaten. Immer professioneller werden die Daten des Girokonto ausgespäht. Dabei geht es den Datendieben vor allem um die Kontonummer und Pin. Die dazu notwendigen technischen Hilfsmittel werden für einen Laien unsichtbar am Geldautomat angebracht. Vom Prinzip ist das so, dass ein zweites Eingabefeld mit Zahlen angebracht wird. Damit kann dann die Pin von Betrügern ausgespäht werden.

Das Bundeskriminalamt geht von einer weiter steigenden Zahl der Gelldkarten-Kriminalität aus. Im vergangen Jahr wurden mehr als 2.100 manipulierte Geldautomaten registriert. Davon wurden mehr als 100.000 Bank- und Sparkassenkunden  im Jahr 2009 ausgespäht, so das BKA weiter. Es soll dabei ein Gesamtschaden von rund 40 Millionen Euro entstanden sein. Schützen könne man sich nur durch die regelmäßige Überprüfung des Girokonto auf Abbuchungen.

Bankkunden sollten auch im Ausland sehr wachsam beim Umgang mit der Geldkarte und Pin sein. Insbesondere in der Reisezeit zu Ferienbeginn haben auch Betrüger Hochsaison. Manipulationen an Geldautomaten sind kein deutsches Problem, sondern weltweit bekannt. Vor der Reise sollten Sie sich zur Sicherheit die Notfallnummern zur Sperrung Ihrer Konten und Karten mitnehmen, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Bei der kleinen Auffälligkeit sollte ein Bankmitarbeiter informiert werden, damit dieser den Geldautomaten überprüfen kann.