Resümee des EU-Gipfels in Brüssel

In Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs auf einen dauerhaften Rettungsschirm für bedrohte Euro-Staaten geeinigt. Die neue Regelung soll ab 2013 den in Folge der Finanz- und Bankenkrise beschlossenen Schutzschirm ersetzen. Details zur Ausgestaltung des neuen Rettungsmechanismus wurden nicht bekanntgegeben. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich aber auf eine Änderung des Lissabonner Vertrages, um den neuen Krisenmechanismus rechtlich zu verankern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht ihre Forderungen erfüllt. „Wir sind sehr zufrieden“, hieß es aus der deutschen Delegation. Der Krisenmechanismus werde nur als letztes Rettungsmittel eingesetzt, wenn die Eurozone als Ganze bedroht sei. Außerdem werde es Hilfen nur unter strengen Bedingungen geben, hieß es weiter aus ihrer Umgebung.

Die von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker vorgeschlagenen Euro-Bonds, also gemeinschaftliche Staatsanleihen für die alle Euro-Staaten gemeinsam haften, ist vorerst aufgrund des Widerstands Deutschlands, Frankreichs und zuletzt auch der Niederlande vorerst vom Tisch. Experten gehen allerdings davon aus, dass der Vorschlag bei einer Verschärfung der Euro-Krise wieder aus der Schublade gezogen wird.

Ziel der diskutierten Maßnahmen ist es in Zukunft zu vermeiden, dass die internationalen Märkte einzelne Euro-Staaten angreifen und damit die finanzielle Stabilität dieser Staaten und damit den Euro als gemeinschaftliche Währung schwächen. Die Problematik in der EU besteht vor allem in der unterschiedlichen Wirtschaftsstärke der Euro-Länder. Im Gegensatz zu den USA handelt es sich bei der EU und speziell der Euro-Zone finanztechnisch gesehen nur um eine Währungsunion mit einer nur sehr eingeschränkt gemeinschaftlichen Finanzpolitik. In Zukunft wird es aber für die Stabilität des Euro unabdingbar sein solidarisch wirtschaftlich geschwächte Euro-Länder zu stützen, die Bedingungen dafür aber so zu gestalten, dass sich weder einzelne Staaten unter einem Rettungsschirm ausruhen können, noch die Bedingungen für eine gemeinschaftlich Unterstützung derart scharf zu gestalten, dass die unterstützten Volkswirtschaften gar keine Chance mehr haben, von selbst wieder auf die Beine zu kommen.

G-20 Gipfel: Einigung über Exportbeschränkungen

Im Streit um die von den USA geforderten Obergrenzen für Handelsüberschüsse von Exportnationen wie Deutschland und China hat zum Auftakt des G-20-Gipfels in Korea Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Etappensieg eingefahren. Zu den geforderten Obergrenzen wird es wohl nicht kommen. Angela Merkel hatte dabei die Unterstützung der EU. Zwar müsse man Ungleichgewichte in den internationalen Handelsströmen angehen, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Seoul. Dies könne aber nicht durch einen „mechanischen Ansatz“ geschehen.

Die USA waren bereits im Vorfeld des Gipfels auf breiter Front für ihre derzeitige Wirtschaftspoitik kritisiert worden. Vor allem die Überschwemmung des Marktes mit frischem Geld (600 Milliarden Dollar) durch die US-Notenbank und der Versuch die Handelsüberschüsse von exportstarken Nationen zu beschränken stieß sowohl in der Politik, als auch bei Experten auf Ablehnung. Auch im eigenen Land gab es prominente Kritik. So rügte der ehemalige und langjährige US-Notenbankchef Alan Greenspan die Regierung mit dem Vorwurf, sie schwäche absichtlich den Dollar-Kurs.

Merkel und Obama hatten sich kurz vor Gipfelbeginn zu einem Zweiergespräch getroffen. „Sie waren sich beide einig, dass es nicht ideal ist, wenn man im Vorfeld eines solchen G20-Gipfels in den jeweiligen Zeitungen der Länder immer Angriffe auf die eigene Wirtschafts- und Finanzpolitik lesen muss“, hieß es danach in deutschen Regierungskreisen. Das wolle man künftig mit besseren Konsultationen abstellen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Tatsache, dass sich die Konjunktur in Deutschland nach der Finanzkrise dank der Rolle als starke Exportnation rasch erholt hat, während die USA immer noch mit den Folgen der Krise zu kämpfen haben. Durch die aktuelle amerikanische Finanzpolitik sehen die Politik und Experten einen nachhaltigen Aufschwung in Deutschland gefährdet.

Herbstgutachten: kräftiges Wachstum und sinkende Arbeitlosenzahlen

Heute ist das Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute veröffentlicht worden. Das Gutachten prognostiziert ein kräftiges Wirtschaftswachstum und das Absinken der Arbeitslosenzahlen auf unter drei Millionen, weist allerdings auch auf mögliche Risiken hin.

Für dieses Jahr rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute für Deutschland mit einem Wachstum von 3,5 Prozent, für das kommende Jahr sagen sie eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 2,0 Prozent voraus. Damit liegen die Institute deutlich über den bisherigen Prognosen.

Nach Aussage des Gutachtens stehen diesen Prognosen allerdings auch großen Risiken gegenüber. So schätzen die Wirtschaftsforschungsinstitute die Gefahr einer erneuten Rezession in den USA als keinesfalls gering, sondern eher wahrscheinlich ein. Auch ein Platzen die Immobilienblase in China stelle ein hohes Risiko vor allem für den Export dar. Aber auch im Euroraum sei die Schulden- und Vertrauenskrise einiger Länder noch nicht vom Tisch. Allerdings sagen die Institute auch ein stärkeres Wachstum der Binnenkonjunktur voraus, was mögliche Risiken in Bezug auf die Exportwirtschaft abmildern kann.

Für den Arbeitsmarkt rechnen die Institute aufgrund des Wirtschaftswachstums in Deutschland damit, dass die Arbeitslosenzahl 2011 zum ersten Mal nach 1992 wieder unter drei Millionen liegen wird. Damit würde die Arbeitslosenquote von 7,7 auf 7,0 Prozent sinken und die Zahl der Erwerbstätigen von 40,365 Millionen auf 40,595 Millionen steigen. Die Defizitquote des Staates schätzen die Institute für 2010 auf 3,8 Prozent, was einem Betrag von 93,6 Milliarden Euro entspricht. Für das kommende Jahr rechnen sie mit nur noch 70 Milliarden Euro.

Die Wirtschaftsforschungsinstitute ermahnen aber gleichzeitig die Bundesregierung, die durch die konjunkturelle Erholung entstehenden Entlastungen nicht zum Anlass zu nehmen in den Konsolidierungsbemühungen nachzulassen. Sie weisen ausdrücklich darauf hin, dass mittelfristig weiterer Konsolidierungsbedarf auf Grund der alternden Gesellschaft mit steigender Zahl an Rentnern bestehe.

Ökonomen warnen vor weiterem Anstieg des Euro-Kurses

Obwohl in Deutschland noch eine gewisse Konjunktureuphorie herrscht, befürchten Ökonomen in Bezug auf den europäischen Währungsraum, dass der steigende Euro-Kurs für ein Ende der wirtschaftlichen Erholung sorgt.

Obwohl keines der Mitglieder des EZB-Schattenrats den ohnehin schon historisch niedrigen Leitzins weiter senken will, sind doch 4 Mitglieder der Ansicht, dass in der nächsten Zeit eine Senkung angezeigt sein könnte.Gründe hierfür seien die sich eintrübenden Konjunktur- und Wirtschaftsindikatoren und die bremsende Wirkung des steigenden Euro-Kurses.

Aufgrund der Tatsache, dass die Europäische Zentralbank ihre Maßnahmen zurückführt, die in der Krise für eine ausreichende Liquidität der Märkte gesorgt haben, steigen die Zinsen zu denen sich die Banken untereinander mit kurzfristigen Mitteln aushelfen. Bisher lagen diese Zinsen deutlich unter dem Leitzins, nähern sich diesem aber aktuell immer mehr an.„Das passt nicht zu den schlechter werdenden Konjunkturindikatoren und übt Aufwärtsdruck auf den Euro aus“, sagte Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt von Barclays Capital. Jacques Cailloux von der Royal Bank of Scotland meint: „Die EZB sollte wieder anfangen, Staatsanleihen aufzukaufen, wie das auch die US-Notenbank und die Federal Reserve vorbereiten. Andernfalls wird der Euro durch die Decke gehen“.

Der Euro stieg am Freitag auf fast 1,38 Dollar und erreichte damit seinen höchsten Stand seit März. Auch wenn der Kurs am Montag wieder leicht fiel, wird befürchtet, dass die Aussage der Chinesen griechische Staatsanleihen zu kaufen einen weiteren Euro-Anstieg zur Folge haben könnte.

Ein Ende der wirtschaftlichen Erholung im Euro-Raum ist momentan noch ein Risikoszenario. Die Mitglieder des EZB-Schattenrats gehen bisher unverändert von einem bescheidenen Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent für dieses und das nächste Jahr aus. Für Deutschland gehen die meisten Experten von einem deutlich höheren Wachstum aus. Die Inflation wird nach Prognosen des Schattenrats auf absehbare Zeit niedrig bleiben. Im nächsten Jahr rechnet er nach 1,6 Prozent in diesem Jahr mit 1,7 Prozent. Nach Ansicht der EZB herrscht bei einer Inflation nahe, aber unter zwei Prozent Preisstabilität.

Einstellung zu Finanzfragen in Ost und West

Pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung hat die comdirect bank das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer Studie zur grundsätzlichen Einstellung zu Finanzen beauftragt. Wie die Studie zeigt, gibt es zumindest in diesem Punkt kaum noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen.

Einheitlich bewerten 50 Prozent aller Deutschen finanzielle Sicherheit als einen besonders wichtigen Aspekt in ihrem Leben. Allerdings ist das Interesse an Finanzthemen nahezu gleichmäßig gering. So interessieren sich lediglich 31 Prozent der Ostdeutschen und 32 Prozent der Westdeutschen stark oder sehr stark dafür, wie sie ihr Geld sicher anlegen können. „Die Einstellungen der Deutschen zu Finanzthemen ist heute in Ost und West sehr einheitlich, das geringe Interesse an Themen wie Vermögensaufbau oder Altersvorsorge ist dabei allerdings alarmierend“, sagt Michael Mandel, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank. „Finanzthemen verdienen mehr Aufmerksamkeit – als Direktbank informieren wir auf unserer Website für jedermann zugänglich verständlich und transparent über alle wichtigen Aspekte.“

Weitgehend einig sind sich Ost und West auch in der allgemeinen Einstellung, dass Geld alleine nicht glücklich macht. Deutliche 77 Prozent der Ostdeutschen und sogar 81 Prozent der Westdeutschen vertreten diese Meinung. Etwas stärker geht die Meinung zur Arbeit auseinander. So würden im Westen 26 Prozent der Befragten aufhören zu arbeiten, wenn sie ausreichend Geld zum Leben hätten. Im Osten teilen lediglich 19 Prozent der Befragten diese Einstellung.

Auch wenn es um die Beratung zu Finanzfragen geht, besteht weitgehend Einigkeit. Sowohl Ost- wie Westdeutsche vertrauen hierbei eher nahestehenden Personen, vor allem dem Lebenspartner oder den Eltern. Finanzberatern traut nur grob ein Drittel der Befragten, nämlich 31 Prozent im Osten und 35 Prozent im Westen.

Deutlichere Unterschiede gibt es allerdings beim Anlageverhalten im Hinblick auf Wertpapiere. So besitzen 38 Prozent der Westdeutschen Aktien oder Fonds, während der Anteil bei den Ostdeutschen lediglich 27 Prozent beträgt.

Das Internet als Informationsquelle für Finanzentscheidungen

Ist man auf der Suche nach einem günstigen Girokonto, einem Fest- oder Tagesgeldkonto, einem Depot für den Wertpapierhandel oder einem günstigen Kredit, kann man sich viel Zeit und Mühe ersparen, wenn man sich im Internet informiert. Statt mühselig die verschiedenen Angebote zu Fuß zu vergleichen, erhält man zumindest eine gute Vorauswahl durch die Benutzung von entsprechenden Online-Vergleichsrechnern, die es fast für jeden Belang der Finanzwelt gibt. In der Regel kommt man von dort auch direkt zur Website der nun noch in Frage kommenden Anbieter. Vor einem Abschluss sollte man die Anbieter-Website und vor allem das Preis-/Leistungsverzeichnis noch einmal genau studieren, allerdings vergleicht man jetzt höchstens noch zwei bis drei geeignete Anbieter, statt 10 oder 20.

Abhängig von dem jeweiligen Finanzprodukt werden in den Online-Vergleichen entsprechende Parameter einbezogen. Für die Suche nach einem günstigen oder bestenfalls kostenlosen Girokonto sind z.B. die Höhe eines regelmäßigen Geldeingangs oder durchschnittlichen Kontostands und der berufliche Status (angestellt, selbständig, Student oder Auszubildender) von Bedeutung für die Auswahl des besten Angebots. Bei einem Vergleich von Tages- und Festgeldkonten sind der Anlagebetrag und die Laufzeit der Anlage für die Berechnung des zinsgünstigsten Anbieters wichtig, wohingegen bei einem Depotvergleich Ordervolumen und Depotvolumen entscheidend für die Kosten des Depots sind.

Viele Vergleichsportale bieten wie auch dieses Portal noch ergänzende Informationen zu Finanzthemen in Form von Artikeln oder Blogs. Dort werden neben allgemeinen Finanzthemen auch Angebote aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen ausführlich verglichen und beurteilt.

Die Preise ziehen wieder deutlicher an

Die Preise für Waren und Dienstleistungen sind im Juli dieses Jahres wieder stärker gestiegen als im vergangenen Jahr und den Vormonaten dieses Jahres. Die Teuerungsrate ist im Juli auf dem zweit höchsten Stand seit November 2008.

Wie das statistische Bundesamt vor einer Woche nach Fertigstellung der Berechnungen mitteilte, sind die Lebenshaltungskosten im Juli um 1,2 Prozent gestiegen. Dies liegt laut statistischem Bundesamt vor allem an der Verteuerung von Heizöl, Benzin und vielen Lebensmitteln. Im Juni lag die Teuerungsrate noch bei 0,9 Prozent. Zuletzt lag die Teuerungsrate im November 2008 um 0,2 Prozentpunkte höher als im Juli diese Jahres.

Den Hauptanteil des Preisanstiegs verursachten die deutlich gestiegenen Energiekosten, allen voran die gestiegenen Preise für Mineralölprodukte. Energie verteuerte sich im Juli um insgesamt 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Heizöl kostete den Verbraucher um 26,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, die Preise für Benzin und Diesel stiegen um 11,2 Prozent. Aber auch Strom wurde im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent teurer. Ausgleichend wirkte sich wie auch schon in den zurückliegenden Monaten der Rückgang des Gaspreises um 5,4 Prozent aus.

Trotz des Anstiegs gibt es bisher keinen Grund zu einer Panik vor einer Inflation. Laut einer Definition der Europäischen Zentralbank ist die Preisstabilität bis zu einer Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent gewährleistet.

Gut informiert ist halb gewonnen

Wenn es um Finanzen und die eigenen Ersparnisse geht, sollten Sie stets die richtigen Entscheidungen treffen. Ein Phänomen in Deutschland ist, dass beim Kauf von Produkten viel Zeit in Vergleiche, Testberichte und Erfahrungen anderer Käufer investiert wird, bevor die eigene Kaufentscheidung getroffen wird. Wahrscheinlich haben Sie ähnlich gehandelt, denken Sie nur daran wie es war als Sie Ihr letztes Auto gekauft haben oder einen modernen Flachbild Fernseher.

Gut informiert ist halb gewonnen. Schließlich wollen Sie doch keinen Fehlkauf tätigen. Das gilt natürlich auch bei der Wahl der richtigen Bank und Finanzprodukte. Verlassen Sie sich hier nicht nur blind auf Ihr Gefühl oder auf das, was ich Bankberater Ihnen rät. Leider ist es meist so, dass nicht mehr das beste Produkt empfohlen wird, sondern das Produkt mit der höchsten Provision für Ihren Bankberater.

Deshalb gilt, besser vorher informieren, als hinterher das Nachsehen haben. Wenn es um Ihr Geld geht, dann sollte Ihnen dieser Grundsatz in Fleisch und Blut übergehen. Wir möchten Sie dabei unterstützen stets die richtige Entscheidung zu treffen, indem Sie unser umfangreiches Informationsportal zum Themen Finanzen und Banken ausgiebig studieren.