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Artikel Tagged ‘Finanzkrise’

Bundesbank sieht kein Risiko durch die Irland-Krise

25. November 2010 admin Keine Kommentare

Die deutsche Bundesbank hat heute ihren Finanzstabilitätsbericht 2010 vorgelegt. Demnach stelle die aktuelle Irland-Krise keine Gefahr für die deutschen Kreditinstitute dar. Die kursierenden Zahlen von 130 Milliarden bis 140 Milliarden Euro seien Bruttoangaben. „Wenn wir das tatsächliche Irland-Risiko berücksichtigen, liegen wir bei etwa 25 Milliarden Euro“, sagte Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler in Frankfurt. Die unterschiedliche Bewertung erkläre sich laut Zeitler dadurch, dass viele der Engagements in Finanzierungs- und Zweckgesellschaften steckten, die aus rechtlichen Gründen in Irland angesiedelt seien.

Insgesamt geht Zeitler davon aus, dass der europäische Rettungsschirm die Erwartungen voll erfüllen kann und das auch falls weitere Euro-Länder wie Portugal Hilfe anfordern sollten. Allerdings sei die weltweite Finanzkrise keineswegs überwunden und auch im deutschen Bankensystem liege laut Zeitler noch einiges im Argen. Allerdings gebe es trotz mancher Risiken „keine Hinweise, dass das deutsche Bankensystem nicht in der Lage wäre, den deutschen Konjunkturaufschwung mit einem ausreichenden Kreditangebot zu begleiten“.

Die Bundesbank bescheinigt dem Finanzsektor eine inzwischen wieder stabilere Verfassung. Sie warnte aber noch vor Lasten in vielen Bilanzen – etwa die Finanzierung von Gewerbeimmobilien im Ausland. Der Bedarf an Wertberichtigungen habe „seinen Höhepunkt voraussichtlich überschritten“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret. Nach rund 37 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009 werden für dieses und für nächstes Jahr 23 Milliarden Euro erwartet.

Vertrauen in die Bankberatung stark zurückgegangen

27. Juli 2010 admin Keine Kommentare

Laut einer von TNS Infratest im Auftrag der ING-DiBa durchgeführten Online-Untersuchung ist das Vertrauen der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in die Anlageberatung ihrer Bank infolge der durch die Finanzkrise aufgedeckten Missstände stark gesunken. Thema der Umfrage, die vom 12.-21. Mai 2010 durchgeführt wurde, war die Frage nach Interessenkonflikten bei der Bankberatung. Dazu wurden 2.500 Personen zwischen 16 und 64 Jahren befragt.

Auf die Frage, ob die Befragten während einer Beratung schon einmal den Eindruck hatten, dass ihre eigenen Interessen nicht mit denen der Bank übereinstimmen, antworteten 65% mit Ja. Davon gaben 18% an, dass sie sogar schon öfter diesen Eindruck hatten. Lediglich 35% fühlten sich ihren Interessen gemäß beraten.

Zur Interessenlage bei Beratungen zu Geld- und Kapitalanlagen durch ihre Bank oder Sparkasse gaben 40% an, dass nach Ihrer Erfahrung die Interessen des Beraters oder der Bank im Vordergrund stehen, 28% meinten das Verhältnis sei ausgeglichen und nur 32% sahen ihre Interessen im Vordergrund. Eine deutliche Mehrheit von 68% ist also der Meinung, dass die Interessen der Bank bei Beratungsgesprächen einen deutlichen Einfluss haben.

86% der Befragten haben den Eindruck, dass Finanzangelegenheiten in den letzten Jahren immer komplizierter geworden sind, mehr einfache und besser verständliche Anlagemöglichkeiten wünschen sich daher 87%. 82% sind gar der Meinung, dass Finanzprodukte absichtlich so kompliziert und schwer verständlich konzipiert sind, um Gebühren zu verstecken. Den Eindruck, dass der Druck auf die Berater von Seiten der Banken bestimmte Finanzprodukte zu verkaufen gestiegen ist, haben 79%.

Schließlich geben 74% der Befragten an, dass ihr Vertrauen in die Anlageberatung bei Banken und Sparkassen im Verlauf der Finanzkrise gesunken ist und 68% kümmern sich verstärkt selbst um ihre Finanzangelegenheiten.

Insgesamt entsteht also der Eindruck, dass die Finanzkrise dem Vertrauensverhältnis der Kunden zu ihrer Bank nachhaltig geschadet hat.

Die Entwicklung der Vermögensverteilung in Deutschland

14. Juli 2010 admin Keine Kommentare

Die Entwicklung der Vermögensverteilung in Deutschland lässt interessante Rückschlüsse über die Auswirkungen der Finanzkrise zu. Der aktuelle Global Wealth Report 2010 hat die Vermögensverteilung und Entwicklung weltweit analysiert.

Bei der weltweiten Vermögensverteilung gibt es eine sehr interessante Zahl, die nachdenklich machen sollte. Im vergangen Jahr hatten weniger als 1% aller Haushalte eine Vermögen von über 1 Million Dollar. Dies scheint zunächst nicht weiter verwunderlich, jedoch machen diese 1% der Millionäre etwa 38% aller Vermögenswerte weltweit aus. Im Vergleich ist außerdem Europa die reichste Region der Welt mit Vermögenswerten von 37,1 Billionen Dollar.

Was bedeutet dies? Obwohl die Oberschicht der Millionäre absolut in der Minderheit ist und nicht einmal jeder hundertste Millionär ist, kontrollieren diese fast 40% der weltweiten Vermögenswerte. Der Einfluss auf die Finanzmärkte ist also enorm. Umgekehrt müssten damit die Millionäre die Verlierer der Finanzkrise sein.

Umso ungewöhnlicher erscheint es, dass seit dem Krisenjahr 2008 bis zum Jahr 2009 die Zahl der Millionärshaushalte alleine in Deutschland um beachtliche 23% gestiegen ist. Insgesamt gibt es nun über 430.000 Millionäre in Deutschland. Die Zahl der Millionäre steigt weltweit, nicht nur in Deutschland. Die größten Zuwächse gibt es in Singapur mit 35% und Malaysia mit 33% . Asien überholt die Europäer inzwischen sogar schon bei der Zahl der neuen Millionäre.

Aufgrund der starken Zuwächse bei den Millionären und deren Vermögen haben sich die Auswirkungen der Finanzkrise wieder egalisiert. Die Vermögenswerte sind etwa wieder auf einem ähnlichen Niveau, wie vor der Krise. Die Ursachen liegen wohl hauptsächlich in der größeren Risikobereitschaft der Millionäre in Investmentfonds und Aktien zu investieren. Kleinanleger sind hier noch deutlich im Rückstand.

Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die privaten Haushalte und eher ärmere Haushalte in der Entwicklung stagnieren. Es gibt dort keine erkennbare Tendenz nach oben oder unten in der Vermögensentwicklung. Möglicherweise liegt dies auch daran, dass mittlerweile Millionen Deutsche Hartz4 Empfänger sind und somit konstant die gleichen Sozialleitungen erhalten.

Vermeintlich sichere Geldanlagen? Teil 2: Investmentfonds

10. Juli 2010 admin Keine Kommentare

Welche Alternativen bleiben bei der Unsicherheit um den Euro? Im zweiten Teil unseres Spezials zum Thema vermeintlich sichere Geldanlagen geht es um Investmentfonds. Bereits 15 Millionen Deutsche Anleger besitzen Investmentfonds und der Trend scheint immer weiter zu gehen. Wenn die Währung Euro immer unsicherer Wert, macht es tatsächlich sind in Alternativen auszuweichen und Investmentfonds sind dabei eine der besten Möglichkeiten.

Bei der Frage nach der Sicherheit von Geldern in einem Investmentfond ist die gesonderte Absicherung entscheidend. Sämtliches Kapital in einem Investmentfond sind Sondervermögen. Das bedeutet dies ist ein separiertes Vermögen, das den Anlegern gehört und in nicht Teil einer Bankbilanz sind. Selbst wenn die Investmentgesellschaft zusammenbrechen sollte, ist das Fonds-Vermögen weiterhin da. Die Depot-Bank verwaltet diese Gelder und würde hier für den Anleger kommissarisch die Einlagen verwalten und auch zurück zahlen.

Unter diese Gesichtspunkten sind Investmentfonds tatsächlich eine interessante Alternative um rechtzeitig vorzusorgen. Selbst in Zeiten der Finanzkrise ist dies eine der sicheren Kapitalanlagen. Was allerdings bleibt ist das Kursrisiko, das ähnlich wie bei Aktien immer gegeben ist. Ein Investmentfonds wird sich in wirtschaftlich schlechteren Zeiten entsprechend schwach entwickeln. Unter Umständen ist es sogar möglich, dass der Kurswert unter den Einstiegskurs fällt, zu dem ursprünglich gekauft wurde. Die Entscheidung bleibt also mal wieder beim Anleger, wer jedoch das Chance-Risiko-Verhältnis nutzen möchte, ist bei  Investmentfonds gut beraten.