Tagesgeld für Unternehmer, Selbständige und Freiberufler

Auch für Unternehmer, Selbständige und Freiberufler ist ein Tagesgeldkonto interessant. Unternehmer sind aufgrund der Insolvenzordnung verpflichtet, die Liquidität ihres Unternehmens zu bewahren, um jederzeit fälligen Verpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Aber auch selbständige Einzelunternehmer und Freiberufler tun gut daran, Rücklagen zu bilden, um Zeiten mit schlechter Auftragslage zu überbrücken und vor allem um ihren Steuerverpflichtungen nachkommen zu können.

Die beste und übersichtlichste Methode ist ein dafür eigens eingerichtetes Rücklagenkonto bei einer Bank zu führen. Da dort allerdings in der Regel nicht unerhebliche Beträge ruhen, bzw. ruhen sollten, ist ein zinsloses oder niedrig verzinstes Girokonto dafür nicht geeignet. Eine gute Alternative ist hierfür ein Tagesgeldkonto. Zum einen werden die Einlagen dort einigermaßen gut verzinst, zum anderen ist das Geld aber auch schnell verfügbar, wenn es benötigt wird. Natürlich sollte das Tagesgeld-Rücklagenkonto dann auch sukzessive wieder aufgefüllt werden.

Für Selbständige und Freiberufler hat sich ein spezielles Finanzkonzept bewährt. Neben dem eigentlichen Geschäftskonto werden drei weitere Konten geführt. Von den Einkünften auf dem Geschäftskonto werden jeweils 10 Prozent auf das sogenannte Anschaffungskonto, wie der Name sagt für geplante, aber auch ungeplante Anschaffungen überwiesen, 20 Prozent gehen auf das Steuerkonto und letztlich weitere 10 Prozent auf das Sparkonto. Da vor allem die Einlagen auf dem Anschaffungskonto und dem Steuerkonto flexibel verfügbar sein müssen, bieten sich hierfür Tagesgeldkonten an. Beim Sparkonto stellt sich die Frage, wie stabil man die momentane Auftragslage beurteilt. Man ist jedoch gut beraten, einen Puffer in Höhe der Lebenshaltungskosten für drei Monate schnell verfügbar vorzuhalten. Daher wäre auch hier ein Tagesgeldkonto empfehlenswert. Beträge die über diesen Puffer hinausgehen kann man dann ja längerfristiger und damit gewinnbringender anlegen.

Lösungen für Selbständige und Freiberufler

Wie im vorangegangenen Beitrag beschrieben gehören Selbständige und Freiberufler zu einer Personengruppe mit denen die Banken so ihre Probleme haben. Dennoch gibt es einige, wenn auch wenige Angebote, die dieser Klientel die Möglichkeit eröffnen relativ kostengünstig am täglichen Geldverkehr teilzunehmen.

Die DKB bietet zwar ein kostenloses Geschäftskonto (DKB Business) an, allerdings nur für die Freien Berufe und einige andere ausgewählte Branchen. Selbständigen und Freiberuflern anderer Berufsgruppen steht aber auch die Eröffnung eines kostenlosen Privatgirokontos (DKB Cash) offen, das aber nur privat genutzt werden darf. Geschäftliche Transaktionen dürfen nicht über dieses Konto laufen.

Die netbank bietet schon seit längerem ein kostenloses Girokonto auch für Selbständige und Freiberufler an. Im Gegensatz zur DKB gibt es hier keine Einschränkungen bzgl. der Berufsgruppe. Allerdings liegt bei der Nutzung als Gehaltskonto die Guthabenverzinsung deutlich über der Verzinsung für Selbständige und auch über der Verzinsung auf dem angeschlossenen Tagesgeldkonto. Mit einem kleinen Trick kommt man aber an die höhere Guthabenverzinsung. Überweist man monatlich einen frei wählbaren Betrag mit dem Verwendungszweck „Privatentnahme“ von einem anderen geschäftlich genutzten Konto auf das Konto der netbank, kommt man in den Genuss der höheren Verzinsung.

Die Skatbank bietet ein beinahe kostenloses Geschäftskonto an. Es fallen zwar keine Kontoführungsgebühren an, aber die ec-Karte kostet 5 Euro im Jahr und pro Transaktion fallen 10 Cent an. Fallen wenig Transaktionen an, weil man z.B. im Rahmen langfristiger Projekte nur monatlich oder gar erst am Ende des Projekts eine Rechnung stellt, erhält man ein relativ günstiges Geschäftskonto.

Da es sich ohnehin empfiehlt als Selbständiger oder Freiberufler zwei Konten zu führen (geschäftlich und privat) bietet sich je nach den persönlichen Umständen eine Kombination von zwei der o.g. Konten an, um zu einer kosten-optimierten Lösung zu kommen.

Problemgruppe Sebständige und Freiberufler

In der heutigen Zeit ist es normalerweise kein Problem bei einer beliebigen Bank ein Girokonto zu eröffnen. Im Gegenteil buhlen die Banken speziell in Folge der Finanzkrise mit immer günstigeren bis kostenlosen Konten und Prämien, bzw. Startguthaben um Kundschaft. Es gibt aber auch Kundengruppen, die bei der Eröffnung eines Girokontos immer wieder auf Probleme stoßen. Eine dieser Gruppen sind Selbständige und Freiberufler.

Die Banken haben vielfach ein Problem diese Kundengruppe richtig einzuordnen. Ein Geschäftsgirokonto kommt oftmals nicht in Betracht, da z.B. selbständige Einzelunternehmer in der Dienstleistungsbranche und Freiberufler kein Geschäft im Sinne einer Firma oder eines Handelsgeschäfts betreiben. Als selbständiger Bankkunde legt man ohnehin keinen Wert darauf in diese Kategorie eingeordnet zu werden, da ein Geschäftskonto in der Regel deutlich teurer als ein Privatkonto ist.

Ein Privatgirokonto ist aus Sicht der Bank aber auch nicht das Richtige, da der Selbständige oder Freiberufler das Konto natürlich auch für geschäftliche Transaktionen nutzen könnte. Außerdem fehlt der oft erwartete regelmäßige Geldeingang in Form von Lohn, Gehalt oder Rente. Viele Banken sind zumindest was das Privatgirokonto angeht immer noch auf die zahlenmäßig abnehmende Gruppe der in Vollzeit abhängig Beschäftigten fixiert.

Ähnliches kennt man ja auch von Seiten der Politik und der Behörden. Es würde den Banken gut stehen, sich auf die Veränderungen am Arbeitsmarkt einzustellen.

Ein kostenloses Geschäftskonto ist selten möglich

Bei den Girokonten vertrauen viele Bankkunden inzwischen auf ein kostenloses Girokonto. Wer einmal die Leistungen und den Service getestet hat, wird kaum noch zu einem kostenpflichtigen Girokonto wechseln möchten. Da ist es durchaus verständlich, dass auch Gewerbetreibende ein kostenloses Geschäftskonto suchen. Doch hier ist es nur selten möglich die Leistungen komplett kostenlos zu erhalten. Es besteht also ein Unterschied zu Privatkunden und Firmenkunden bzw. Selbstständigen und Unternehmern.

In der Regel lassen sich die Banken ein Geschäftskonto gut bezahlen. Neben einer üblichen Grundgebühr müssen meist auch die einzelnen Buchungen bezahlt werden. Sparmöglichkeiten gibt es nur durch größere Pakete, bei denen man mehr Grundgebühr bezahlen muss, dafür aber mehr Buchungen inklusive sind oder sogar die Gebühren für einzelne Buchungen und Transaktionen komplett entfallen. Im Gegensatz dazu ist die monatliche Grundgebühr aber recht hoch und kann durchaus bei 40 – 50 Euro liegen. Für Gewerbetreibende, die nur wenige Transaktionen haben, lohnt sich ein solches Kontomodell nicht. Hier ist es günstiger die Buchungen einzeln zu bezahlen.

Wer beim Geschäftskonto sparen möchte, sollte die einzelnen Angebote genau vergleichen. Wie auch beim normalen Girokonto für Privatpersonen, gibt es je nach Bank erhebliche Unterschiede. Die Leistungen sind in der Regel ähnlich, während die Gebühren deutlich auseinander liegen. Die Postbank ist eine der wenigen Banken, die ein Geschäftskonto zu vergleichsweise günstigen Konditionen anbietet.

Für Freiberufler gibt es dagegen gute Nachrichten. Freiberufler sollten die privaten Transaktionen und geschäftlichen Transaktionen zwar unbedingt durch zwei Konten trennen, jedoch kann hierzu ein normales Girokonto verwendet werden. Freiberufler müssen nicht zwingend ein Geschäftskonto eröffnen und können deshalb auf eines der kostenlosen Girokonten zurück greifen. Ein kostenloses Geschäftskonto gibt es folglich nur für Freiberufler, weil diese ein gewöhnliches kostenloses Girokonto führen dürfen.