Verbraucherschützer kritisieren die Qualität der Schufa-Auskunft für Konsumenten

Seit April letzten Jahres haben auch Verbraucher das Recht einmal im Jahr ihre bei der Schufa gespeicherten Daten abzufragen. Allerdings bemängeln Verbraucherschützer dass die Auskünfte und vor allem die Risiko-Bewertung des Konsumenten nicht transparent und schlüssig aus der Auskunft hervorgehen. Laut dem Bankenreferent des Verbraucherzentrale Bundesverbands Frank-Christian Pauli sei die Übersicht schwer lesbar, unverständlich und irreführend. Pauli sagte weiterhin: „Den meisten Verbrauchern wird nicht schlüssig, warum sie so bewertet wurden, wie sie bewertet wurden.“ Die Schufa wies diesen Vorwurf mit dem Hinweis zurück, die Auskünfte entsprächen den gesetzlichen Anforderungen und seien mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt.

Pauli bemängelte vor allem, dass der Zusammenhang zwischen den gespeicherten Daten und der daraus resultierenden Bonitätseinschätzung ausschließlich auf statistischen Werten basiere und nie individuell begründet werde. Als Beispiel führte Pauli an, dass jemand der häufig umzieht prinzipiell schlechter bewertet wird, ohne den Grund für die häufigen Umzüge zu bewerten. So würden Verbraucher, die trotz eines festen und gut bezahlten Jobs aus beruflichen Gründen öfter umziehen müssen mit Konsumenten gleichgesetzt, die auf der Flucht vor Gläubigern ihren Aufenthaltsort oft wechseln.

Ein Schufa-Sprecher sagte dazu: „Das Schufa-Verfahren ist ein sehr genaues statistisches Verfahren“. Die Zuverlässigkeit sei einfach zu überprüfen und werde auch regelmäßig überprüft. Scoring-Verfahren spielten heute außerdem in vielen anderen Lebensbereichen eine wichtige Rolle, ergänzte der Sprecher. Beim Abschluss einer Kfz-Versicherung beispielsweise werde das Risiko bewertet durch Fragen nach dem Kilometerstand oder der Möglichkeit eines Garagenstellplatzes. Auch hier werde sich aus der Statistik bedient. Zudem betonte er, dass die endgültige Einschätzung der Bonität eines Verbrauchers nicht von der Schufa, sondern von den Vertragspartnern, also Banken, Versandhandels- oder Telekommunikationsunternehmen auch unter Berücksichtigung der individuellen Situation getroffen würde.

Breite Front gegen hohe Dispozinsen

Schon längere Zeit sind die hohen Zinsen für Dispositionskredite im Gespräch. Zweistellige Beträge sind hier keine Seltenheit, sondern der Durchschnitt. Nun hat die Stiftung Warentest knapp 1000 Kreditinstitute untersucht und das Ergebnis in der Oktoberausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ veröffentlicht. Das Fazit: Die hohen Zinssätze bei Dispokrediten seien angesichts der Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 1,0 Prozent kaum zu rechtfertigen.

Am schlechtesten schnitten kleine und regionale Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ab. Die Dispozinsen liegen hier im Schnitt um 0,5 Prozentpunkte höher als bei überregionalen Banken. So berechnet laut Testergebnis die Raiffeisenbank Gefrees 14,95 Prozent. Spitzenreiter ist allerdings die überregionale Targobank (ehemals Citibank) mit bis zu 16,99 Prozent.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen will sogar juristisch gegen die Targobank und die Sparda Bank Münster vorgehen, da deren Geschäftsbedingungen Klauseln enthielten, durch die der Verbraucher benachteiligt würde. Auch nach Abmahnungen seien sie nicht von ihrer Praxis abgerückt.

Selbst die Politik in Form von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner mischt sich nun in die Diskussion ein. „Ich werde diese Ergebnisse zum Anlass nehmen, eine ausführliche Studie zum Zinsanpassungsverhalten der Banken in Auftrag zu geben“, sagte Aigner im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Laut der Studie der Stiftung Warentest gibt es aber auch vorbildliche Kreditinstitute. So liegen die Dispozinsen bei vielen Direktbanken im einstelligen Bereich und auch die PSD Banken und einige kleine Fillialbanken bieten vergleichsweise gute Konditionen.